E-Auto oder Verbrenner 2026 – Der Steuervergleich

Bei der Entscheidung zwischen Elektroauto und klassischem Verbrenner spielt die Kfz-Steuer für viele Käufer eine wichtige Rolle. Der Unterschied ist erheblich – und lässt sich konkret in Euro ausdrücken.
Elektroautos: Vollständig steuerbefreit bis 2035
Reine Elektrofahrzeuge zahlen in Deutschland keine Kfz-Steuer – diese Befreiung gilt für alle Erstzulassungen bis zum 31. Dezember 2035. Die Regelung gilt unabhängig von Batteriegröße, Reichweite, Fahrzeugklasse oder Kaufpreis. Ein 2026 zugelassenes E-Auto ist damit bis Ende 2035 vollständig steuerfrei. Mehr Details zur Regelung und was danach kommt, erklärt unser E-Auto-Steuerbefreiungs-Ratgeber.
Verbrenner: Steuer nach Hubraum und CO₂
Bei Benzinern und Dieseln setzt sich die Jahressteuer aus zwei Teilen zusammen: dem Hubraum-Sockelbetrag (2,00 € je 100 cm³ beim Benziner, 9,50 € beim Diesel) und der CO₂-Komponente für jeden Wert über 95 g/km. Je nach Fahrzeuggröße und CO₂-Wert entstehen so schnell 100 bis 500 € pro Jahr.
Konkrete Beispielrechnungen im Vergleich
| Fahrzeugtyp | Hubraum / Antrieb | CO₂ (g/km) | Jahressteuer | Steuer über 9 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| E-Auto (Kompaktklasse) | Elektro | 0 | 0,00 € | 0,00 € |
| Benziner – Kompaktklasse | 1.400 cm³ | 128 g/km | 84,60 € | 761,40 € |
| Diesel – Kompaktklasse | 1.500 cm³ | 118 g/km | 188,50 € | 1.696,50 € |
| E-Auto (Mittelklasse) | Elektro | 0 | 0,00 € | 0,00 € |
| Benziner – Mittelklasse | 2.000 cm³ | 155 g/km | 173,00 € | 1.557,00 € |
| Diesel – Mittelklasse | 2.000 cm³ | 135 g/km | 278,00 € | 2.502,00 € |
| E-Auto (SUV) | Elektro | 0 | 0,00 € | 0,00 € |
| Benziner – SUV | 2.500 cm³ | 185 g/km | 305,00 € | 2.745,00 € |
Der steuerliche Vorteil des E-Autos über 9 Jahre reicht von rund 760 € (Kompaktklasse Benziner) bis über 2.500 € (Mittelklasse Diesel).
Plug-in-Hybrid: Der Mittelweg
Plug-in-Hybride (PHEV) sind nicht steuerfrei, profitieren aber von sehr niedrigen WLTP-CO₂-Werten. Ein typischer PHEV mit 40 g/km CO₂ und 1.600 cm³ Benzinmotor zahlt nur den Sockelbetrag: 16 × 2,00 € = 32 € pro Jahr. Das liegt weit unter einem vergleichbaren reinen Benziner (ca. 100–150 €). Vollhybride ohne Stecker haben etwas höhere CO₂-Werte, liegen aber trotzdem oft 20–40 % unter einem Nicht-Hybrid. Details zu Hybridfahrzeugen erklärt unser Hybrid-Ratgeber.
Was die Rechnung relativiert
- Höherer Anschaffungspreis: E-Autos kosten in der Anschaffung oft 5.000–15.000 € mehr als vergleichbare Verbrenner – die Steuerersparnis deckt das selten allein.
- Ladeinfrastruktur: Wer zu Hause laden kann, profitiert von günstigen Stromkosten. Öffentliches Laden ist oft teurer.
- Wertverlust: Der Restwert von E-Autos nach 5–8 Jahren ist noch schwer kalkulierbar, da der Gebrauchtmarkt sich noch entwickelt.
- Reichweite und Nutzungsverhalten: Für Vielfahrer auf langen Strecken kann die Reichweite ein relevanter Faktor bleiben.
- Nach 2035: Was nach dem Ende der Steuerbefreiung kommt, ist noch offen – E-Auto-Halter können dann erstmals Kfz-Steuer zahlen müssen.
Mit unserem Pkw-Steuer-Rechner sehen Sie in Sekunden, wie viel Kfz-Steuer Ihr aktuelles oder zukünftiges Verbrenner-Modell kostet – und wie viel Sie mit einem E-Auto sparen würden.
Fazit
Rein steuerlich ist das Elektroauto bis 2035 klar im Vorteil – je nach Fahrzeugklasse und Haltedauer kann die Ersparnis in die Tausende gehen. Ob sich der Umstieg insgesamt finanziell lohnt, hängt aber von Anschaffungskosten, Lademöglichkeiten und persönlichem Fahrprofil ab. Die Kfz-Steuer ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor.